Recruiting-Jubiläum für mich! Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Recruiting tätig. Spannend finde ich die Funktion heute immer noch – mehr denn je sogar. Ich kann mich noch richtig gut an die ersten Bewerbungsgespräche in meinem Leben (als Bewerberin meine ich) erinnern. Und dass ich mir damals gedacht habe: Wie cool ist das denn eigentlich, diese Menschen entscheiden darüber, ob ich den Job bekomme oder nicht. Vermutlich wollte ich das schon damals machen, hatte aber keine Ahnung, wie ich als Maturantin zu so einem Job kommen soll.

Nach ein paar Umwegen in den PR- und Marketingbereich hat es ein paar Jahre später doch geklappt und ich war (und bin) auf der anderen Seite des Tisches zu finden. Seither hat sich allerdings einiges geändert. Bei meiner ersten Recruiting Inhouse-Funktion waren 300 Bewerbungen für einen Job im SAP-Bereich an der Tagesordnung. Traum oder Alptraum? Von Marketing-Funktionen oder Lehrstellen fange ich erst gar nicht an (800 und mehr falls es wen interessiert). Wir hatten die Qual der Wahl und entsprechend war es auch Aufgabe der Jobsuchenden, uns davon zu überzeugen, warum wir uns gerade für sie entscheiden sollen.

Es scheint, dass manche in dieser Ära gefangen sind. Immer noch passiert es mir, dass Teilnehmerinnen im Workshop Dinge sagen wie: Wenn da nicht einmal ein Motivationsschreiben dabei ist, dann nehme ich die Bewerbung nicht ernst. Oder dass Hiring Manager in Kennenlerngesprächen als erstes die Frage stellen: „Warum bewerben Sie sich bei uns? Und es genau einen Kanal für Stelleninserate gibt. Den, wo wir ein Kontingent haben und eine Schnittstelle und gut ist es. Inserat ist draußen und die post and pray-Phase beginnt.

Ich selbst hatte immer eine große Vorliebe für das Thema Personalmarketing. Weniger die Auswahl aus den Bewerbungen war für mich spannend, sondern viel mehr die Kreation der Suchwege. Wie erfahren denn potenzielle Mitarbeiterinnen überhaupt von den Jobmöglichkeiten? Welche anderen, spannenderen, kreativeren Möglichkeiten gibt es noch?

Ich kann mich an ein sehr langes Telefonat mit einer österreichischen Tageszeitung erinnern, die ich dazu bringen wollte, eine Stellenanzeige im Businessteil zu schalten. War nicht möglich. Trennung von Redaktion und Anzeigen und journalistische Prinzipien und so. Ich komme aus dieser Ecke, mein Traumjob war immer Journalistin (und als ich dann Oskar Bronner einmal live begegnet bin, war das mein Fangirl-Moment).😉 Das hat nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe, also hat es mich eben in PR und Marketing gezogen. Vermutlich macht es mir genau deshalb aktuell so richtig Spaß, Candidate Personas und Suchstrategien zu erarbeiten, die funktionieren. Die Touchpoint-Analyse ist im Marketing gang und gäbe. Im Recruiting müssen wir uns erst zurechtfinden, einen Überblick finden über die zahlreichen Möglichkeiten, die es da gibt.

Recruiting war und ist sehr oft die Einstiegsposition in den HR-Bereich. Im Moment eine gute Chance für Quereinsteigerinnen – nützen Sie sie! Und an alle HRManagerinnen: Nehmen Sie diese wahr. Holen Sie sich Leute aus dem Business, aus Sales oder Online-Marketing. Das wird Sie ganz schnell zum nächsten Level im Recruiting katapultieren. 

Recruiting ist kein Traumberuf, das war eine Erkenntnis aus der Studie im Jahr 2017Für mich schon! Recruiting ist spannend wie nie zuvor. Zeit, neue Möglichkeiten zu finden und auszuprobieren. Wenn nicht jetzt, wann dann? Oder was meinen Sie?

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächsten Freitag geht es  passend zum Fenstertag in Österreich  um das Thema „mobiles Recruiting“. Sie möchten keinen Blogbeitrag verpassen? Einfach Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.