Weltfrauentag ist nur einmal im Jahr. Die Suche nach den richtigen Mitarbeiterinnen beschäftigt dich (vermutlich) andauernd. Grund genug, dir ein paar Tipps zu geben. Denn das Recruiting von weiblichen Talenten beginnt lange vor der Stellenbesetzung: mit der passenden Strategie.

„Unser Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil zu erhöhen. Wir freuen uns daher besonders über Bewerbungen von Frauen.“

Dieser Satz kommt dir bekannt vor? Verwendest du ähnliche Formulierungen oder gar diesen Satz in deiner Stellenanzeige? Streiche ihn. Sofort.

Dieser Absatz hilft dir weder dabei, mehr Bewerberinnen anzusprechen, noch erreichst du damit die richtigen. Es kommt beim Recruiting von Female Talents auf komplett andere Dinge an.

Hilfreich sind:

All das sind die Trümpfe, die du hinsichtlich Female Talents ausspielen kannst.

Wie sieht es aber in der Praxis aus?

„Jetzt haben wir alles dazu getan, Frauen auch in Führungspositionen zu kriegen, und dann werden die schwanger.“ – Personalleiter bei einer Podiumsdiskussion in Österreich im Jahr 2017.

Eine weibliche Führungskraft, die ich bei der Suche nach einem Teammitglied unterstützt habe, selektiert Bewerbungen von Frauen zwischen 27 und 37 generell aus: „Die werden sicher bald schwanger.“

Das ist schlichtweg diskriminierend.

Der Personalleiter, der sich im Kreise anderer Personalistinnen darüber auslässt, dass die eingestellten weiblichen Führungskräfte nach und nach schwanger werden, lässt zwischen den Zeilen heraushören: „Jetzt ringen wir uns endlich durch, auch Frauen in eine Führungsposition zu hieven, und dann passiert das Unausweichliche – sie bekommen Nachwuchs.“ Frauenförderungen wird offenbar überbewertet.

Doch dabei ist sie so wichtig. Studien zeigen, dass gemischte Teams mehr Output erzielen, besser performen und nachhaltiger arbeiten. Die Unternehmensberatung McKinsey prophezeit sogar, dass die Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben bis zum Jahr 2025 insgesamt 12 Billionen USD zum globalen BIP beitragen kann.

Davon sind wir aber noch weit entfernt, wenn ich an die Praxis denke. Denn was ich in über 20 Jahren Tätigkeit im Recruiting über männliche Bewerber im selben Alter bisher nicht gehört habe: „Den nehmen wir nicht, der ist in drei Jahren wieder weg, weil er Karriere machen will.“ In der Realität verlassen Männer Unternehmen allerdings genau aus diesem Grund, Frauen sind ihrem Arbeitgeber gegenüber loyaler.

Vom Suchen und Finden: Wo können potenzielle Mitarbeiterinnen erreicht werden?

Oh, I’m just a girl, all pretty and petite so don’t let me have any rights oh, I’ve had it up to here.“
Just a girl, No doubt

Überlege dir, wo du die Zielgruppe Frauen erreichen kannst. Social Media sollten in jedem Fall eine Rolle spielen. Beachte dabei, dass eher soziale Netzwerke als Business-Netzwerke von Frauen genutzt werden. Klick um zu Tweeten

Hier eine Übersicht der meistgenutzten Social Media Kanäle in Österreich und deren Bedeutung für das Recruiting von Frauen:

XING und LinkedIn
Die User von XING sind zu 45 % weiblich und zu 55 % männlich. Je jünger die Nutzerinnen und Nutzer sind (< 30 Jahre), desto mehr gleicht sich die Geschlechterverteilung in Richtung 50:50 an.

LinkedIn ist wie XING seit 2003 auf dem Markt und ist derzeit das größte professionelle Netzwerk der Welt. Auf LinkedIn erreichst du vorrangig Männer, nur 40 % der Nutzerinnen sind Frauen.

Facebook
Die größte Nutzergruppe von Facebook in Österreich bilden männliche User im Alter von 25 bis 34 Jahren. Die Geschlechter sind relativ ausgewogen auf Facebook vertreten. Die Gruppe, die am meisten Zuwächse weltweit verzeichnet, sind Frauen ab 45 Jahren.

Instagram
Instagram ist eindeutig in weiblicher Hand: Vor allem Mädchen und Frauen ab 13 Jahren sind auf Instagram online, je älter die User sind, desto mehr überwiegt der Frauenanteil.

YouTube
Statistiken zeigen, dass überwiegend Männer YouTube nützen. Das betrifft bereits die Gruppe der Jugendlichen und setzt sich bei den Erwachsenen fort. Vor allem Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren sind Fans der Plattform.

Pinterest
Vor allem Frauen sind auf der Plattform auf der Suche nach Inspiration unterwegs, Männer sind eher in der Unterzahl. Altersmäßig findet man vorrangig Millenials auf Pinterest.

XING und LinkedIn sind Business-Plattformen, hier erwarten die Nutzerinnen eher faktenorientierten Content. Social Media dienen der Information und Unterhaltung, hier darf es auch mal humorvoll und in jedem Fall unterhaltsam sein. Die Inhalte, die du auf den unterschiedlichen Plattformen postest, sollten sich entsprechend unterscheiden.

Social Media sind aktuell die beste Möglichkeit, sich als Arbeitgeber zu positionieren. Wie das geht, habe ich schon in dem einen oder anderen Blogbeitrag verraten.

Probier es aus und versuche, Female Talents etwa auf Instagram zu erreichen. Die Mühe lohnt sich: Wenn du die Zielgruppe Frauen bei deiner Strategie mitdenkst und konkret ansprichst, erweiterst du deinen Pool an potenziellen Bewerbern und dein Unternehmen profitiert von den Vorteilen durchmischter Teams – und so wird nicht nur Recruiting wieder einfach.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche verrate ich dir, wie du trotz Coronavirus dein Recruiting optimierst. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

 

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