Steve Jobs ist vermutlich einer der bekanntesten Alumnus auf der ganzen Welt. Hat er doch dem Unternehmen, das er gegründet hat, den Rücken gekehrt und ist ein paar Jahre später wieder zurückgekommen. Ich bin Mitglied im Alumni Club der Uni Wien, der FH Eisenstadt und einer Facebook-Gruppe von einem ehemaligen Arbeitgeber. Der Uni fühle ich mich verbunden, weil das Studium eine spannende Zeit war, der FH weil ich da ganz tolle Leute kennengelernt habe, mit vielen bin ich heute noch in Kontakt. In der Facebook-Gruppe bleibe ich am Laufenden und freue mich über Unternehmensneuigkeiten genau so wie über Urlaubsfotos von ehemaligen Kolleginnen. Zurück in ein ehemaliges Unternehmen, diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht. Kann ich mir das vorstellen? Ja, warum nicht.



Es geht also heute nicht darum, Berufseinsteigerinnen zu recruitieren, es geht darum, ehemalige Mitarbeiterinnen wieder ins Boot zu holen. Ich kenne mehrere Menschen, die nach einer kürzeren oder auch längeren „Auszeit“ wieder in die vorherigen Unternehmen zurückgekehrt sind. Aus meiner Sicht eine der besten Situationen für alle Beteiligten. Die Mitarbeiterinnen, die zurückkommen, wissen ganz genau, was auf sie zukommt. Sie kennen meist alle Vor- aber auch alle Nachteile, die mit dem Job verbunden sind. Daher treffen sie ihre Entscheidung auf einer wesentlich besseren Basis als alle, die sich neu dafür entscheiden.  
Leider habe ich keine Studie gefunden, die erhebt, ob sich die Fluktuation von Rückkehrerinnen der von Neueinsteigerinnen unterscheidet, das würde ich sehr interessant finden.

Wer eignet sich für eine Alumni-Aktion?
Alle, die jemals in Ihrem Unternehmen tätig waren, also zum Beispiel: 

  • Lehrlinge 
  • Praktikantinnen 
  • Mitarbeiterinnen, die in ein anderes Unternehmen gewechselt oder sich selbstständig gemacht haben 
  • Pensionistinnen

Wie kann die Verbindung erhalten bleiben? 

Manche Unternehmen haben nicht nur ein eigenes Alumni-Netzwerk, sondern auch ein entsprechendes Comeback-Programm etabliert. Das Onboarding von ehemaligen Mitarbeiterinnen kann, muss sich aber nicht wesentlich unterscheiden. Wichtig ist, dass nicht im Glauben, dass die ja eh schon alles wissen, darauf vergessen wird. 

Welche Informationen eignen sich, um sie an Alumni weiterzugeben? 

  • Unternehmensneuigkeiten 
  • Jobangebote 
  • Wo trifft man auf uns? Fachmessen, Vorträge und ähnliche Termine kommunizieren
  • Ab und zu ein paar persönliche Wort in Form einer Videobotschaft von der Geschäftsführung oder dem HR Management 
  • Bilder vom Sommerfest 
  • Und vieles mehr, es gibt hier keine wirklichen Grenzen! 

Alumni über Neuigkeiten am Laufenden zu halten ist viel einfacher, als neue Menschen zu begeistern. Vielleicht ergibt es sich sogar, dass jemand wieder zurückkommt. Wenn man besonders viele Lehrlinge, Praktikantinnen und Berufseinsteigerinnen aufgenommen hat, dann lohnt es sich in jedem Fall, dieser Gruppe besondere Beachtung zu schenken. Vielleicht sind sie ja heute in einer Lebensphase angekommen, in der sie gerne wieder zurückkommen? Dieser Aspekt sollte bei der Verabschiedung von scheidenden Mitarbeiterinnen nicht vergessen werden. So nach dem Motto „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben“. Oder um es mit Arnold Schwarzenegger auszudrücken: „I’ll be back“ – vielleicht.

Mittels Alumni-Recruiting könnte der eine oder andere Recruitingprozess sicherlich abgekürzt werden. Welche Erfahrungen haben Sie mit Alumni-Recruiting?

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche beschreibe ich, warum jede ausgeschriebene Stelle eine Recruiting-Marketing-Strategie benötigt und wie man diese aufsetzt. Sie möchten keinen Blogbeitrag verpassen? Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.