3 Themen in 3 Stunden statt 2 Minuten 2
Millionen – mein Teilnahme an der Austrian HR WebConferece
Am 16.04.2015 hat die offizielle Xing Experten-Gruppe „Austrian HR Xperts“ gemeinsam mit HRnetworx zur  „Austrian HR WebConference“ eingeladen. Die angebotenen Webinare dauerten jeweils 45 –
60 Minuten und hatten unterschiedliche HR Themen zum Inhalt.
Ich bin persönlich ein großer Fan
von Webinaren! Man kann sich Inputs und Anregungen holen, muss nirgendwo
hinfahren und braucht keine besondere Ausstattung für die Teilnahme. Ist der
Vortrag doch nicht so spannend wie erwartet kann man sich einfach wieder
ausklinken oder nebenbei etwas anderes arbeiten (oder einen Blogbeitrag
schreiben oder so ;-). Schade ist natürlich, dass man sich mit den anderen
Teilnehmerinnen nicht austauschen kann und dass die Kommunikation eher one way
funktioniert. Aber Tjalf Nienaber hat als Moderator ein paar Umfragen
eingebaut, sodass wir auch interaktiv etwas beitragen konnten und es wurden
mittels der Chatfunktion auch immer wieder Fragen gestellt.
Ich hatte nicht die Zeit, einen
ganzen Tag an den angebotenen Webinaren teilzunehmen und es waren auch nicht
alle Themen interessant für mich. Ich habe daher (gemeinsam mit 220 – 320 anderen
Personen, zum überwiegenden Teil Inhouse Recruiterinnen, ca. 1/3 Personaldienstleisterinnen
und 1/3 in anderen Funktionen)  an 3 Webinaren teilgenommen nämlich
  • Candidate Journey
  • Recruiting & Interview Skills
  • Active Recruiting
Inhaltlich habe ich diesmal leider
nicht viel Neues gehört aber bin zum Teil in meiner Arbeit bestätigt worden
(was ja auch mal fein ist).
Es gibt auch vieles, wo ich den
Referentinnen durchaus zustimme, aber einige Punkte sehe ich doch anders als
die Vortragenden. Am meisten hat mich die Aussage „Es ist wichtig ein positives
Arbeitgeberimage aufzubauen
“ gestört. Damit kann ich leider so gar nichts
anfangen.
Ich komme ja ursprünglich aus dem Bereich „PR & Marketing“ und
kann Imageaufbau schon einiges abgewinnen. Aus meiner Sicht geht es aber darum,
ein authentisches Image zu transportieren und nicht ein „positives“. Was heißt
das denn überhaupt? Was für die eine ein Vorteil und dadurch positiv ist, sieht
jemand anderer als Nachteil und somit negativ an. In jedem Unternehmen gibt es Rahmenbedingungen,
die nun mal vorhanden sind. Die schönzureden, damit man ein „positives“ Image
aufbaut macht keinen Sinn. Viel wichtiger ist es doch, Mitarbeiterinnen zu
finden, die damit umgehen können oder die das vielleicht sogar als Vorteil
sehen. Andernfalls sind Recruiterinnen permanent damit beschäftigt diverse
Positionen nach zu besetzen und haben keine Zeit mehr für andere Themen wie
Candidate Experience Management oder Active Sourcing.
Dies bringt mich bereits zur
Kernaussage der Webinare und hier kann ich absolut zustimmen: auch im
Recruiting gewinnt die Individualisierung immer mehr an Bedeutung.
Recruiterinnen und Führungskräfte werden bezogen auf den Bewerberinnenmarkt
immer mehr zu den Aushängeschildern der Unternehmen in denen sie tätig sind.
Vor einigen Jahren haben wir im
Recruiting alles unternommen, um es den Bewerberinnen so schwer wie möglich zu
machen. Langwieriges Ausfüllen von Onlineformularen, keinerlei Möglichkeit zur
Kontaktaufnahme bei Fragen, Gesprächstermine wurde vergeben und nicht
koordiniert. Keine Lust 20 Minuten (im besten Fall, meist eher mehr) ein
Formular zu befüllen (mit Angaben, die sowieso im Lebenslauf zu finden sind),
keine Zeit zum angegebenen Termin? Schade, vielleicht beim nächsten Mal!
Natürlich überzeichne ich jetzt ein klein wenig aber die Tendenz ist klar.
Viele Bewerberinnen berichten
mir, dass es immer noch Unternehmen gibt, wo sie als Bittstellerinnen auftreten
müssen und wo schon der Bewerbungsprozess mit einem ziemlichen Aufwand
verbunden ist. Und dies bringt mich zum Resümee meiner 3 Themen in 3 Stunden Webinar Erfahrung: Active Sourcing und die besten Interviewskills bringen nichts wenn die
Candidate Journey im Sande verläuft!
Vielleicht eine gute
Ausgangsbasis wenn Sie gerade darüber nachdenken, den Bewerbungsprozess neu
aufzusetzen!
Herzliche
Grüße Claudia