Lehrlinge zu finden wird für viele Betriebe in Österreich so richtig zur Herausforderung. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen sinkt kontinuierlich, die Lehre hat ein Imageproblem und die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt ebenfalls. Ich werde immer öfter gefragt, was tun, um als Ausbildungsbetrieb Lehrlinge auf sich aufmerksam zu machen? Ich habe drei Tipps für das Recruiting von Lehrlingen dich:

Tipp Nummer 1: Setze auf Bewegtbild (gemeint ist natürlich Video ;).

YouTube ist für die Zielgruppe Jugendliche in Österreich eines der drei beliebtesten Sozialen Netzwerke. Du kannst es machen wie Edeka und Influencer beauftragen, die ein Video auf YouTube veröffentlichen. Ich geb’s zu, ich zeige das Video sehr oft in meinen Workshops und ich zerkugel mich jedes Mal: „Frag mich, wie spät es ist!“ Aber zeig es doch mal deiner Tochter oder deinem Neffen im entsprechenden Alter und schau, wie die Reaktion ist. Dieses Video gefällt dir nicht, du findest das unpassend und kannst absolut nichts damit anfangen? Herzlich willkommen in der Online-Marketing-Welt, wo der Köder eben dem Fisch schmecken muss und nicht umgekehrt.

Natürlich kannst du auch selbst Videos filmen und diese dann über YouTube verbreiten. Was du da zeigen solltest sind aktuelle und ehemalige Lehrlinge genauso wie die Ausbildnerinnen, auch Insights zum Arbeitsplatz werden gerne gesehen.

Ich habe noch einige weitere Beispiele für Recruiting-Videos für Lehrlinge in einer Playlist auf meinem YouTube Kanal Recruiting TV für dich zusammengestellt.

Leichter wird es, wenn du das Filmen auslagerst und dich zum Beispiel an die Plattform whatchado wendest. Vielleicht setzt du aber auch gleich auf TikTok und ihr macht mit bei der #machdierobbe-Challenge.

Tipp Nummer 2: Bedenke, dass du es im Lehrlingsrecruiting immer mit zwei Zielgruppen zu tun hast.

Wenn du doch lieber auf einen – nennen wir es – eher konservativen Zugang setzen möchtest, dann habe ich gute Nachrichten für dich: Noch immer sind die Eltern und teilweise sogar Großeltern wichtige Ratgeber bei der Berufswahl der Jugendlichen. Für die funktioniert das Facebook Ad so gut wie der Artikel in der Bezirkszeitung oder die Postwurfsendung, das lustige Influencer-Video allerdings sehr wahrscheinlich nicht.

Tipp Nummer 3: Hole die Zielgruppe ins Boot

Mach einen Workshop und hol deine Lehrlinge (am besten angehende, derzeit in Ausbildung und ein paar, die schon seit 1 oder 2 Jahren fertig sind) dazu. Frag nach: Was ist gut gelaufen, was würdet ihr anders machen? Welche Info habt ihr vermisst? Wie und warum seid ihr zu uns gekommen? Die Möglichkeiten sind unendlich und die meisten Jugendlichen freuen sich, wenn sie gefragt werden. Oder lagere das Recruiting gleich komplett aus, wie zum Beispiel Scheller Beckmann Edelstahl – da recruitieren seit Jahren Lehrlinge und zwar sehr erfolgreich.

Und hier kommt noch der wichtigste Tipp – ein Bonus quasi

Die Voraussetzung, um Lehrlinge anzuziehen, ist etwas, das eigentlich erst nach dem Recruiting passiert und trotzdem den größten Einflussfaktor hat: Sei ein guter Ausbildungsbetrieb! Jugendliche (und deren Eltern) sind sehr gut vernetzt und wer heutzutage meint, die Lehrlinge sind dazu da, das zu erledigen, was die anderen nicht wollen, muss erst gar keine Bemühungen für das Recruiting von Lehrlingen aufwenden.

Wenn der letzte Punkt für dich selbstverständlich ist und bei dir im Unternehmen auch gelebt wird, kann es mit den 3 Tipps auch in diesen Zeiten sehr wohl funktionieren, Jugendliche für die Lehre zu begeistern. Probier es aus und hol die Zielgruppe ins Boot – damit Recruting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche steht wieder eine spezielle Zielgruppe im Fokus, es geht nämlich um das Recruiting von Frauen. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

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